Therapie

Innerliche Therapie

Innere antibiotische Behandlung

Bei tiefsitzenden Akne-Knoten reicht die äußerliche Behandlung allein nicht aus. Sie wird dann für einen begrenzten Zeitraum von einer inneren Therapie begleitet. Hierzu gibt es verschiedene, speziell auf die Haut abgestimmte Präparate. Zusätzlich zur keimabtötenden Wirkung besitzen die Arzneimittel auch entzündungshemmende Eigenschaften. Das ist insbesondere bei längerer Anwendung der entscheidende Vorteil. Zumeist sind die Inhaltsstoffe Doxycylin, Minocyclin oder andere Antibiotika.

Wichtig: Die Einnahme sollte nicht dauerhaft erfolgen, sondern nur circa zwei Wochen lang. Danach kann zu Arzneimitteln übergegangen werden, die chemisch zwar von Antibiotika abgeleitet sind, aber keine keimabtötende Wirkung mehr besitzen; es wird nur noch der entzündungshemmende Effekt genutzt. Wir empfehlen ausschließlich diese Präparate für den längerfristigen Gebrauch.

Gut zu wissen: Die Wirkung der Antibiotika und der davon abgeleiteten Medikamente besteht nur während der Einnahmezeit, nach dem Absetzen treten die Hauterscheinungen in der Regel wieder auf. Eine Dauerlösung ist diese Therapie also nicht.

Isotretinoin

Isotretinoin bietet die wirksamste Therapie. Der Wirkstoff vermindert die gesteigerte Talgproduktion, verhindert die Bildung von Mitessern, reduziert die Keimbesiedlung in den Talgdrüsenfollikeln und wirkt anti-entzündlich.

Isotretinoin wird seit über 30 Jahren eingesetzt und gilt noch heute als einziges „Heilmittel“ gegen Akne. Das Präparat wird in der Regel vier bis sechs Monate eingenommen – die tatsächliche Länge und Dosierung dieser Akne-Kur werden ganz individuell auf den einzelnen Pateinten abgestimmt. Die Akne bessert sich zumeist nach vier bis sechs Wochen deutlich und heilt nach einigen Monaten fast immer komplett ab. Auch nach Absetzen des Medikamentes bleiben, nach unserer Erfahrung, über 80 Prozent der Patienten beschwerdefrei oder haben nur noch geringe Hauterscheinungen. Gegebenenfalls kann die Kur auch wiederholt werden.

Das verschreibungspflichtige Medikament wurde früher sehr hoch dosiert eingenommen; damit waren auch Nebenwirkungen nicht selten. Heutzutage ist die Tagesdosis erheblich geringer, wodurch auch die unerwünschten Effekte wesentlich seltener sind. Typische Nebenwirkungen sind trockene Lippen und manchmal auch trockene Schleim- und Bindehäute, was für Träger von Kontaktlinsen relevant sein könnte. Zumeist gelingt es aber, durch eine Dosis-Anpassung eine gute Verträglichkeit zu erreichen. Weitere störende Nebenwirkungen sind unserer Erfahrung nach äußerst selten. Dennoch: Vor Beginn der Therapie und während der Einnahme werden Blutuntersuchungen als „Frühwarnsystem“ durchgeführt, um Nebenwirkungen rechtzeitig zu erkennen und gegebenenfalls die Dosierung anzupassen.

Besonders wichtig: Frauen im gebärfähigen Alter dürfen das Präparat nur einnehmen, wenn ein sicherer Schwangerschaftsschutz gewährleistet ist! Daher ist vor Beginn der Therapie und dann alle vier Wochen (!) ein Urintest auf eine mögliche Schwangerschaft erforderlich. Diese Untersuchungen führen wir für die Patientinnen kostenfrei in unserem Hause durch. Acht Wochen nach Beendigung der Therapie ist eine Schwangerschaft ohne Einschränkungen möglich. In über 30 Jahren des therapeutischen Einsatzes wurden keinerlei Auswirkungen auf Kinder nachgewiesen, deren Mütter Isotretinoin eingenommen hatten – lediglich während des Einnahmezeitraums und acht Wochen danach muss verhütet werden.

Schwefelhaltige Schieferöl-Präparate

Dieses Naturheil-Präparat hat sehr günstige Effekte auf die Talgdrüsenfunktion. Es kommt sowohl bei der Rosacea als auch bei der Akne zum Einsatz. Nebenwirkungen sind selten.

Anti-Baby-Pille

Die Hormone der Anti-Baby-Pille, insbesondere die weiblichen Östrogene, können die Aktivität der Talgdrüsen herabsetzen, wodurch ein positiver Effekt auf die Akne erreicht werden kann.

Die Problematik: Derart hochdosierte Pillen haben unerwünschte Nebenwirkungen, sollten also zurückhaltend eingesetzt werden. Die „Pille“ ist also keine sinnvolle Therapie-Option zur Aknebehandlung. Eine Ausnahme wäre eine krankhafte Hormonstörung des Körpers. In diesen seltenen Fällen kann auch ein Medikament eingesetzt werden, das die männlichen Hormone unterdrückt, sogenannte antiandrogene Substanzen.

Für Männer sind Hormonpräparate naturgemäß ausgeschlossen!

 
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